Musik und Filme

Diese Seite wird stets ergänzt und verändert sich laufend. Wenn Sie ein Musikstück oder einen Film in der Sammlung vermissen, freue ich mich über eine E-Mail und werde das gerne aufnehmen.
 
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X   Musik
 
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Anmerkung: Ich habe mich bewusst entschieden, die Musikstücke weder chronologisch noch nach ihrem Stil und Inhalt zu sortieren, sondern alphabetisch, nach den Namen der Komponisten und Künstler. So soll der Eindruck vermieden werden, es gäbe hochwertigere oder angemessenere Musik für Zeiten der Trauer und weniger passende. Leben und Wesen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen entscheiden über die richtige "Melodie am Friedhof", lassen ein Musikstück zur Erinnerung und Vergegenwärtigung werden, zu Dank, Gebet und Klage.
 
     
  Annett Kuhr, Wenn ich mal tot bin (nach Friedrich Holländer, Wenn ick mal tot bin)
Wenn ich mal tot bin und im weißen Seidenkleid
In meinem Sarg liege mit Bescheidenheit,
Dann fällt die Schule aus,
Dann geht’s zum Kirchhof raus,
Die ganze Klasse kommt bei mir ins Trauerhaus,
Die wolln mich alle sehn,
Wenn ich mal tot bin.
Wenn ich mal tot bin,
Ach, das wird zu schön!

Wenn ich mal tot bin, kommt auch Pastor Eisenlohr,
Der liest nen schönen Vers aus seiner Bibel vor:
Wer ohne Schuld tut sein,
Der schmeiß den ersten Stein
auf Lieschen Puderbach, das liebe Engelein.
Doch ich - ich lieg ganz still,
Wenn ich mal tot bin.
Wenn ich mal tot bin,
Mach ich, was ich will.

Wenn ich mal tot bin, zünden sie gelbe Lichter an,
Die stellen sie rechts und links an mich ganz dichte ran,
Dann fällt ein goldner Schein
Auf mein verstorbnes Gebein,
Und unser Lehrer, der fängt furchtbar an zu weinen!
Nur Tante freut sich sehr,
Wenn ich mal tot bin.
Wenn ich mal tot bin,
Ess ich doch nichts mehr!

Wenn ich mal tot bin. schick ich aus meinem kleinen Grab
Meinen letzten Willen und was ich zu vermachen hab:
Mein Püppchen ohne Kopf
Mein rotes Band fürn Zopf
Und dann auch noch den glänzenden Perlmuttknopf.
Den will ich Truden schenken,
Wenn ich mal tot bin.
Wenn ich mal tot bin,
Soll sie an mich denken.

Wenn ich mal tot bin, dann fängt erst mein Leben an,
Wenn ich durchs Wolkenmeer in den Himmel schweben kann,
Die Engel tirilieren,
Die Geigen jubilieren,
Wenn zum Empfang von Lieschen alle aufmarschieren.
Mensch, machen die nen Krach,
Wenn ich mal tot bin!
Wenn ich mal tot bin,
Ist mein schönster Tag!
 
     
  Antonio Vivaldi, Largo aus dem Doppelkonzert g-moll  
     
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Arvo Pärt, Cantus in Memory of Benjamin Britten

Für Streichorchester und eine Glocke
 
     
  Bach/Gounod, Ave Maria
Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus, et benedictus fructus ventris tui, Iesus. Sancta Maria, Mater Dei, ora pro nobis peccatoribus, nunc, et in hora mortis nostrae. Amen.
 
     
  Benedetto Marcello, Largo aus der Sonate c-moll  
     
  DJ Ötzi, Ein Stern, der deinen Namen trägt
Seit Jahren schon leb' ich mit Dir
und ich danke Gott dafür,
dass er mir Dich gegeben hat.
Als Erinnerung an unser Leben
möchte ich Dir heut' etwas geben,
ein Geschenk für alle Ewigkeit:

Einen Stern, der deinen Namen trägt,
hoch am Himmelszelt,
den schenk' ich Dir heut' Nacht.
Einen Stern, der deinen Namen trägt,
alle Zeiten überlebt
und über unsere Liebe wacht.

Irgendwann ist es vorbei
und im Himmel wird Platz für uns zwei,
doch Dein Stern bleibt oben für immer und ewig steh'n.
Und auch noch in 1000 Jahren
wird er Deinen Namen tragen
und immer noch der schönste von allen sein.
 
     
  Eric Clapton, Tears in heaven
would you know my name
if i saw you in heaven?
would it be the same
if i saw you in heaven?

i must be strong
and carry on,
'cause i know i don't belong
here in heaven.

would you hold my hand
if i saw you in heaven?
would you help me stand
if i saw you in heaven?

i'll find my way
through night and day,
'cause i know i just can't stay
here in heaven.

time can bring you down,
time can bend your knees.
time can break your heart,
have you begging please, begging please.

beyond the door,
there's peace i'm sure,
and i know there'll be no more
tears in heaven.

would you know my name
if i saw you in heaven?
would it be the same
if i saw you in heaven?

i must be strong
and carry on,
'cause i know i don't belong
here in heaven.
 
     
  Georg Friedrich Händel, Andante aus der Sonate g-moll  
     
  Georg Friedrich Händel, Largo aus der Oper Xerxes
(Ein Lob- oder gar Liebeslied an die Natur, an eine Platane)
Ombra mai fu di vegetabile, cara ed amabile, soave piu.
Nie war der Schatten einer Pflanze geschätzter, lieblicher und angenehmer.
 
     
  Hannes Wader, Darfst nun getrost die Augen schließen

Darfst nun getrost die Augen schließen
Gedanken fliehen, Sorgen zerfließen
in deinem Schlummer
und aller Kummer
schwindet mit dem letzten Abendlicht
bis der neue Tag anbricht.
Hör dich im Traum noch leise lachen
ich werde deinen Schlaf bewachen
dass dir nichts geschieht
niemand, der uns sieht
schlaf, schlaf, schlaf ein bei meinem Lied.

Der Buchfink, den Kopf unter dem Flügel
schläft schon,
und Wolken sind über die Hügel
heraufgezogen
ein Regenbogen
leuchtet purpurn, grün und gold
überm Meer der Donner grollt
und sanfte Böen treiben den Regen
weit fort, dem Horizont entgegen
Abendsonnenschein
strahlt zu uns herein
nur für dich, für dich und mich allein.

Alles ist still, nur sanftes Rauschen
von fern, ich will nun schweigend lauschen
Wind in den Bäumen
möchte jetzt träumen
leise atmen, so wie du
höre deinem Herzschlag zu.
Ich lass es nun bei diesem Lied bewenden
kurz ist die Nacht, sie wird bald enden.
Habe gern gewacht
seh', wie jetzt ganz sacht
das Licht erlischt, drum gute Nacht.

 
     
  Heinrich Schütz, Musikalische Exequien. Feier zum Hinausgeleiten eines Sarges
Opus 7 / SWV 279-81, Dresden/Gera 1636. Ein Auszug:
Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand, und keine Qual rühret sie an. Für den Unverständigen werden sie angesehen, als stürben sie, und ihr Abschied wird für eine Pein gerechnet, und ihr Hinfahren für Verderben; aber sie sind in Frieden.
 
     
 

Helen Sjöholm, Gabriellas Sång (aus dem Film „Wie im Himmel“ von Kay Pollak)

Det är nu som livet är mitt / Jag har fått en stund här på jorden / Och min längtan har fört mig hit / Det jag saknat och det jag fått. / Det är ändå vägen jag valt / Min förtröstan långt bort om orden / Som har visat en liten bit / Av den himmel jag aldrig nått. / Jag vill känna att jag lever / All den tid jag har ska jag leva som jag vill / Jag vill känna att jag lever / Veta att jag räcker till. / Jag har aldrig glömt vem jag var / Jag har bara låtit det sova / Kanske hade jag inget val / Bara viljan att finnas kvar- / Jag vill leva lycklig / För att jag är jag / Kunna vara stark och fri / Se hur natten går mot dag. / Jag är här / Och mitt liv är bara mitt / Och den himmel jag trodde fanns / Ska jag hitta där nånstans. / Jag vill känna att jag levt mitt liv.

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Übersetzung, Gabriella's Lied (BR)

Jetzt gehört mein Leben mir. Meine Zeit auf Erden ist so kurz. Meine Sehnsucht bringt mich hierher, das, was mir fehlte und was ich hier bekam. Das ist der Weg, den ich wähle. Meine Hoffnung lag jenseits der Worte. Dies hat mir ein kleines Stück gezeigt von dem Himmel, den ich nie finden konnte. Ich will spüren, dass ich lebendig bin, an allen Tagen meines Lebens. Ich werde so leben, wie ich es mir ersehne. Ich will spüren, dass ich lebendig bin. Ich will wissen, dass ich gut genug bin. Ich habe mein Wesen nie verloren, habe es nur eine Weile schlummern lassen. Vielleicht hatte ich auch nie die Wahl, sondern nur den Willen, irgendwie zu überleben. Das einzige, was ich will, ist glücklich sein, die sein, die ich bin. Ich will stark sein und frei. Ich will sehen, wie sich die Nacht in den Tag verwandelt. Ich bin hier. Und mein Leben gehört nur mir. Und der Himmel, an den ich glaubte, den finde ich irgendwo. Ich will spüren, dass ich mein Leben gelebt habe.

 
     
  Herbert Grönemeyer, Der Weg

Ich kann nicht mehr sehn
Trau nicht mehr meinen Augen
Kann kaum noch glauben
HerbertGefühle haben sich gedreht
Ich bin viel zu träge um aufzugeben
GrEs wäre auch zu früh
Weil immer was geht

Wir waren verschworen
Wären füreinander gestorben
Haben den Regen gebogen
DerUns Vertrauen geliehen
Wir haben versucht,
auf der Schussfahrt zu wenden
WegNichts war zu spät
Aber vieles zu früh

 

Wir haben uns geschoben
Durch alle Gezeiten
Wir haben uns verzettelt
SongtextUns verzweifelt geliebt
Wir haben die Wahrheit so gut es ging verlogen
LyricsEs war ein Stück vom Himmel
Dass es dich gibt
Lyric

Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet
Hast jeden Verdruss ins Gegenteil verkehrt
LiedertexteNordisch nobel deine sanftmütige Güte
Dein unbändiger Stolz
LiedertextDas Leben ist nicht fair

Den Film getanzt in einem silbernen Raum
AlleVom goldnen Balkon die Unendlichkeit bestaunt
Heillos versunken, trunken
Alles war erlaubt
HerbertZusammen im Zeitraffer
Mittsommernachts-Traum

Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet
GrHast jeden Verdruss ins Gegenteil verkehrt
Nordisch nobel deine sanftmütige Güte
nemeyerDein unbändiger Stolz
Das Leben ist nicht fair

Dein sicherer Gang
DerDeine wahren Gedichte
Deine heitere Würde
Dein unerschütterliches Geschick
WegDu hast der Fügung deine Stirn geboten
Hast ihn nie verraten
SongtexteDeinen Plan vom Glück


Ich geh hier nicht weg
Hab meine Frist verlängert
LyricsNeue Zeitreise

Offene Welt

Habe dich sicher in meiner Seele
Ich trag dich bei mir bis der Vorhang fällt

 
     
  Johann Sebastian Bach, Air aus der Suite d-moll  
     
  Johann Sebastian Bach, Bist du bei mir
Bist du bei mir geh ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh. Ach, wie vergnügt wär so mein Ende. Es drückten deine schönen Hände mit die getreuen Augen zu.
 
     
  Johann, Sebastian Bach, Johannespassion
BWV 245, Uraufführung 1724, für Soli, Chor und Orchester. Ein Auszug:
Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine, die ich nun weiter nicht beweine, ruht wohl und bringt auch mich zur Ruh! Das Grab, so euch bestimmet ist und ferner keine Not umschließt, macht mir den Himmel auf und schließt die Hölle zu.
 
     
  John Newton (Text), Amazing Grace

Amazing grace, how sweet the sound

That saved a wretch like me. 
I once was lost, but now I’m found,
was blind, but now I see.

T’was grace that taught my heart to fear,
and grace my fear relieved;
how precious did that grace appear
the hour I first believed.

Through many dangers, toils and snares,
I have already come;
This grace has brought me save thus far,
and grace will lead me home.

How sweet the name of Jesus sounds
In a believer‘ s ear.
It soothes his sorrows, heals the wounds,
and drives away his fear.

Must Jesus bear the cross alone
And all the world go free?
No, there’s a cross for everyone
And there’s a cross for me.

 
     
  Ludwig van Beethoven, Sonatine d-moll  
     
  Marcel Dupré, Le chemin de la croix (Der Kreuzweg)

Wie die Kreuzwegandacht der katholischen Kirche besteht diese Orgelkomposition aus 14 Stationen. Es handelt sich um das notierte Endprodukt einer Reihe von meditativen Improvisationen über die Kreuzwegstationen, die Dupré auf einer seiner unzähligen Konzerttourneen in der Fastenzeit 1931 zum Besten gab. Vom Hörer verlangt Duprés Zyklus ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und vor allem Bereitschaft zu meditativer Versenkung in eine meist herbe Klangwelt. Narrative und deskriptive Elemente fehlen weitgehend, d. h. die Musik erzählt keine Geschichten und schildert kaum außermusikalische Vorgänge. Wenn also die Verbindung zur jeweiligen Kreuzwegstation hergestellt werden, so liegt die Schaffung von Bezügen gewissermaßen im Verantwortungsbereich des Hörers. (Quelle: Dr. Franz Gratl, magazin.klassik.com)

 
     
  Michael Ende (Text)/Hans Spielmann (Musik), Das Lied von der Anderwelt

Es gibt einen See in der Anderwelt,
drin sind alle Tränen vereint,

die irgend jemand hätt' weinen sollen

und hat sie nicht geweint.

Es gibt ein Tal in der Anderwelt,
da gehen die Gelächter um,

die irgend jemand hätt' lachen sollen

und blieb statt dessen stumm.

Es gibt ein Haus in der Anderwelt,
da wohnen wie Kinder beinand'
Gedanken, die wir hätten denken sollen

und waren nicht imstand.

Und Blumen gibt's in der Anderwelt,
die sind aus der Liebe gemacht,

die wir uns hätten geben sollen

und haben's nicht vollbracht.

Und Kommen wir einst in die Anderwelt,
viel Dunkles wird sonnenklar,
 
denn alles wartet dort auf uns,
was hier nicht möglich war.

 
     
  Nena, Du bist überall
Ich seh dich und ich fühl dich
Doch ich will dich nicht stören
Ich seh dich und berühr dich
Und ich weiss du kannst mich hören
Ich kann mich oft nicht wehren
Gegen Trauer gegen Schmerz
Doch wenn es richtig schlimm wird
Dann kommst du in mein Herz

Ich will manchmal wissen
Wie das ist in deiner Welt
Ist das oben oder unten
Wird dort auch ein Jahr gezählt

Du bist weg und immer da
Engel fliegen wunderbar
Durch die Zeit und Tag und Nacht
Ich bin heut wieder aufgewacht
Du bist weg und immer da
Das Gefühl ist wunderbar
Wir rauschen durch die Zeit und du bist überall

Ich will manchmal wissen
Wie das ist in deiner Welt
Ist das oben oder unten
Wird dort auch ein Jahr gezählt
Ich halt mich fest an dir
Ich wehre mich noch zu verstehen
Wir beide müssen frei sein
Für ein neues Wiedersehen
 
     
  Reinhard Mey, Abschied
Der Abschied ist gekommen, ich glaub , ich füg mich niemals drein, dabei hab ich ihm lange schon entgegengesehen. Ich hab nie Abschied genommen, ohne zerrissen zu sein, und einmal mehr wünschte ich jetzt, die Zeit bliebe stehen!

Doch das Leben ist wie ein reißender Fluss, der mich weitertreibt. der nie stehen bleibt. Und erreich ich ein Ufer, komm ich doch nur zum Schluß, daß ich weitergehen muß.

Ja, ich weiß, die Stunden waren uns nur kurze Zeit geliehen. Wir sind uns nur begegnet, wie die Schiffe auf dem Meer, die sich im Vorüberfahren grüßen und dann weiter ziehen, dennoch, dich jetzt zu verlassen, fällt mir unsagbar schwer.

Doch das Leben ist wie ein reißender Fluss, der mich weitertreibt. der nie stehen bleibt. Und erreich ich ein Ufer, komm ich doch nur zum Schluß, daß ich weitergehen muß.

Dein Name wird mich begleiten, deine Stimme, dein Gesicht, dein Lächeln hab ich tief in mein Gedächtnis geprägt, es wärmt mich in dunklen Zeiten und es leuchtet, wie ein Licht auf den Straßen, wenn mir kalt der Wind entgegenschlägt!

Doch das Leben ist wie ein reißender Fluss, der mich weitertreibt. der nie stehen bleibt. Und erreich ich ein Ufer, komm ich doch nur zum Schluß, daß ich weitergehen muß.
 
     
  Reinhard Mey, Nein, ich lass dich nicht allein
[auch gesungen von Annett Kuhr]
Nein, ich lass’ dich nicht allein,
ich sitze einfach hier, ich bleibe hier bei dir,
so lange wie es dir gefällt,
ich habe alle Zeit der Welt,
ich muss nirgendwo pünktlich sein,
ich lass’ dich nicht allein.

Wir machen uns genau wie damals,
eine schweinegute Zeit, Lenny und George, du weißt bescheid.
Häuser und Menschen und ich werde
uns was vom Pizzamann bestellen,
und einen 90-er Bordeaux sind wir uns schuldig sowieso,
und wir leben vom Fett der Erde.
Ich hole die alten Platten raus, die schönen schwarzen aus Vinyl,
die voller Kratzer und Gefühl, das ist ..... oder Haydn,
Und wenn du willst, dann les’ ich dir aus deinen Lieblingsbüchern was,
Stimmen oder der Kontrabass,
Poo oder der Wind in den Weiden.

Ich kram die Fotoalben vor,
hier, sieh mal, das war vor 12 Jahren, da sind wir nach St. Jean gefahren,
und auch im Lourdes vorbei gekommen
und von der Quelle mit dem Rummel, der dir jeden Glauben raubt,
hast du für Hans, der daran glaubt, einen Kanister mitgenommen.
Und als das Auto vor St. Zec Kühlwasser verlor, holtest du den Kanister vor,
um ihn andächtig aufzuschrauben.
Dann fülltest du den Kühler auf, ich traute meinen Augen nicht, doch seither ist der Kühler dicht. Da soll man nicht an Wunder glauben.

Ich hab’ ihn noch, den alten Bus, Kassetten voll das Handschuhfach,
komm, wenn du willst ich bin hellwach,
ich fahr’ die Nacht durch in den Morgen, bis auf die Insel bis ans Meer,
wir haben Zeit genug, bis fünf für den ersten Autozug,
werd ich uns zwein Kaffee besorgen.
Den großen Parkplatz überm Kliff, haben wir den ganzen Tag allein,
um diese Zeit ist da kein Schwein, kommt dir kein Fremder mehr entgegen.
Draußen vorm Fenster da geht die See, rüttelt an unser Kahn,
hier drinnen haben wir es warm, und auf das Dach trommelt der Regen.

Mag sein dass dich mein Reden nervt, und ich erzähle dich hier voll,
sag einfach wenn ich still sein soll. Und ich bin Weltmeister im Schweigen,
Ich schwör dir, wenn du etwas brauchst, wenn es dir wirklich zu schwer fällt,
hol ich das beste Zeug der Welt, du musst es mir nur einfach zeigen.
Und wenn du frei und ohne Angst, ganz nah am Wegesende bist,
dein Herz ganz leicht geworden ist, dann geh ohne dich umzusehen.
Eh meine Last dich niederdrückt, eh meine Schwere dich aufhält,
wenn du es willst, wenn's dir gefällt, lass ich dich los, lass ich dich gehen.
 
     

Silly, Asyl im Paradies (1996)
Meine Uhr ist eingeschlafen, ich hänge lose in der Zeit. Ein Sturm hat mich hinausgetrieben
auf das Meer, das Meer der Ewigkeit. Gib mir Asyl, hier im Paradies; hier kann mir keiner was tun. Gib mir Asyl hier im Paradies, nur den Moment, um mich auszuruh'n.

Da draußen lauern deine Hände und zieh'n mich auf den Grund; ich sinke, ich sinke und ertrinke an deinem warmen Mund. Gib mir Asyl...

Hörst du sie rufen? Sie kommen mich zu suchen: Siehst du die Feuer dort am Strand? Sag ihnen, keine Macht der Welt holt mich zurück, zurück an Land. Gib mir Asyl...

     
 
Udo Lindenberg, Stark wie zwei
Der Tod ist ein Irrtum
Ich krieg das gar nicht klar
Die rufen gleich an
Und sagen es ist doch nicht wahr
Es war nur’n Versehn
War n falsches Signal
Aus irgendeinem fernen Sternental

Ich wähl deine Nummer
Doch du gehst nicht mehr ran
Mir wird schockmäßig klar
Es ist doch wahr
Du kommst nicht mehr
Doch ich lass mich davon
Nicht zu Boden schmettern

Der Fährmann setzt dich
Über’n Fluss rüber
Ich spür deine Kraft
Geht voll auf mich über

Stark wie zwei
Ich geh die Straße runter
Stark wie zwei
Egal wohin ich geh
Du bist dabei
Ich bin jetzt
Stark wie zwei

Ich heb mein Glas
Und trink auf dich
Da oben hinter den Sternen
Ich vergess dich nicht
Auch wenn ich heute dich so hart verlier
So bleibst du doch
Hier für immer bei mir

Du hast immer gesagt
Ich soll nicht so lange trauern
Ich soll in deinem Namen
Richtig weiter powern

Stark wie zwei...

Stark wie zwei
Tief in meinem Herzen
Stark wie zwei
Hab dich immer dabei
Ich geh die Straße lang
Zusamm’ mit dir
Stark wie zwei

Der Fährmann...

Stark wie zwei...

Stark wie zwei
Du bist wie schon so oft
Ein Pionier
Du reist jetzt schon mal vor
Und irgendwann
Dann folg ich dir
 
     
  Wolfgang Amadeus Mozart, Requiem
KV 626, d-moll, für Soli, Chor und Orchester
Es handelt sich um Mozarts letzte Komposition, die er auch nicht mehr selbst vollenden konnte.
D-moll ist eine beliebte Tonart für Inhalte, die sich mit dem Tod, dem Jenseits, der Endlichkeit befassen.
"Requiem" ist die lateinische Totenmesse, die auch von vielen anderen Künstlern (in alter und in neuer Zeit) vertont wurde. Ein Auszug:

Lux aeterna luceat eis, Domine: cum Sanctis tuis in aeternum, quia pius es. Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis: cum Sanctis tuis in aeternum, quia pius es. (Das ewige Licht leuchte ihnen, Herr. Mit deinen Heiligen in Ewigkeit, denn du bist gnädig. Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und das ewige Licht leuchte ihnen. Mit deinen Heiligen in Ewigkeit, denn du bist gnädig.)

 
     
     
     
  Filme   

  Alejandro Amenábar, Das Meer in mir
In seinen Gedanken ist Ramón immer noch jung, agil und bei den Frauen beliebt. Doch die Realität ist bitter, ist der hochintelligente Mann doch seit einem Badeunfall vor 27 Jahren vom Hals abwärts gelähmt. Schon lange will er sich freiwillig aus diesem Dasein verabschieden. Doch dazu würde er Hilfe brauchen - und die versagen ihm Staat und Kirche; und sogar der eigene Bruder, in dessen Haus er lebt, aufopferungsvoll gepflegt von seiner Schwägerin. Erst das Auftauchen der lebenslustigen Rosa lässt seinen Wunsch in greifbare Nähe rücken.
Unter Amenábars einfühlsamer Regie wächst Bardem über sich selbst hinaus, vermittelt Würde und Stolz auch angesichts dramatischer Umstände. Das ist tragisch, anrührend, aber auch erhebend, mutig und witzig. Ein Werk wie das Leben selbst. (Quelle: amazon)
 
     
  Andres Veiel, Die Überlebenden
Klassentreffen, Abiturjahrgang 1979. Nach 17 Jahren treffen wir uns wieder. Drei fehlen. Sie haben sich in den letzten Jahren das Leben genommen. Der Film spürt nach, erzählt über sie, indem er die zeigt und zu Wort kommen lässt, die noch da sind: Mitschüler, Freunde, Eltern und Geschwister.
 
     
  Anna Annegret Pein, Meermanns Baumhaus
Spielfilm, 1992, Hessischer Rundfunk

Ein altes Ehepaar erinnert sich im Seniorenheim an das Glück vergangener Tage.

Der Film lässt in Rückblenden der 30er, 40er und 50er Jahre das Leben der Meermanns Revue passieren und zeigt, wie wertvoll Erinnerungen für Menschen sind, die am Ende des Lebens stehen.

 
     
  Caroline Link, Im Winter ein Jahr
Eliane (Corinna Harfouch) bittet den Maler Max Hollander (Josef Bierbichler), ein Porträt ihrer beiden Kinder anzufertigen. Als ungewöhnlich erweist sich dieser Auftrag, da Sohn Alexander (Cyril Sjöström) bereits vor einem Jahr verstorben ist und sich seine Schwester Lilli (Karoline Herfurth) nicht mit dem Gedanken abfinden kann, dass ihre Mutter Alexander als Dekoration an die Wand hängen möchte. Lillis abweisende Haltung bröckelt zaghaft, als sie sich mit dem alternden Künstler anfreundet und dabei die Trauer über den Tod ihres Bruders nach und nach verarbeitet... (Quelle: filmstarts.de)
 
     
  Daniel Levy, Alles auf Zucker
Jaeckie Zucker (Henry Hübchen), geboren als Jakob Zuckermann, ist ein deutscher Jude, der allerdings schon seit dem Mauerbau nichts mehr mit dem „Club“ seiner Glaubensgemeinschaft zu tun haben will. In jener Zeit floh seine Mutter mit dem Erstgeborenen Samuel (Udo Samel) nach Frankfurt am Main, während Jaeckie in der DDR zurückblieb und dort als Sportreporter einer der Stars des DDR-Fernsehens wurde. Doch nach der Wende hatte Jaeckie kein Glück mehr, er ist ein Zocker vor dem Herrn, hat eine Menge Schulden und selbst um seine Ehe mit Marlene (Hannelore Elsner) ist es nicht zum Besten bestellt. Doch damit nicht genug, denn über Nacht drängt sich auch noch seine jüdische Verwandtschaft in sein Leben, das sowieso ein einziges Chaos ist. Seine Mutter ist nämlich gestorben, und in ihrem Testament hat sie verfügt, dass sich die beiden Brüder, der durch und durch atheistische und weltlichen Dingen zugetane Jaeckie und sein orthodoxer Bruder Samuel versöhnen sollen. Nur dann wird geerbt, und zwar nicht zu knapp, so dass Jaeckie mit einem Schlag alle Schulden los wäre. Die Einhaltung der Gebote obliegt natürlich einem waschechten Rabbi (Rolf Hoppe), der während der siebentägigen Schiva, der Totenwache, im Hause Zucker weilt. Aber was zum Donnerwetter bedeutet es eigentlich, jüdisch zu sein? Eine hinreißende, scharfsinnige Komödie. (Quelle: kino-zeit.de)
 
     
  Doris Dörrie, Kirschblüten - Hanami
Nichts ist wie die Kirschblüte in Japan. Hanami, das ist im Verständnis der Japaner schlichtweg das Gleichnis für die Vergänglichkeit und Schönheit des Lebens. Es ist auch der Titel von Doris Dörries wohl schönsten, ausgewogensten und weisesten Films. Mit großem Ernst und Gelassenheit erzählt die Münchner Filmemacherin eine wunderschöne Liebesgeschichte, die erst nach dem Tod ihre Erfüllung findet.

Rudi und Trudi führen ein ereignisarmes Leben im Allgäu miteinander. Die Kinder sind alle aus dem Haus. Leben in der Großstadt oder noch weiter weg in Japan. Das ergraute Ehepaar hat nur noch sich und die vielen kleinen Rituale, als Trudi plötzlich erfährt, dass ihr Mann nur noch kurze Zeit zu leben hat.
(Quelle: www.br-online.de)
 
     
  Frank Oz, Sterben für Anfänger (Komödie)
Die Trauerfeier für einen Familienvater wird, wie in der Mittelklasse Englands üblich, im Haus des Verstorbenen abgehalten. Der Gag zu Beginn: der Sarg, den das Bestattungsunternehmen zur Zeremonie überführt, beinhaltet den falschen Toten und muß nochmals zurückgefahren werden, um den Fehler zu bereinigen. Zwischenzeitlich versammeln sich die Söhne, Witwe, Bruder, Onkel, Nichten, Neffen und Freunde des Verblichenen. Ein Fläschchen mit aufputschenden, halogenen Tabletten macht versehentlich die Runde und stiftet durch die angerichteten Folgen, einige Verwirrung. Letztendlich gelingt es dem anfangs schüchternen Daniel, ganz zum Schluß eine einfühlsame Rede zu Ehren seines Vaters zu halten und damit die Trauerfeier würdig zu beenden. Britischer Humor, der es in sich hat. (Quelle: amazon)
 
     
  Gesine Meerwein/Katharina Gruber, Lebenskünstlerinnen

In dem Film kommen sieben Frauen zu Wort - sie wohnen in verschiedenen Städten, arbeiten als Arzthelferin, Musikerin oder Therapeutin, leben lesbisch oder heterosexuell. Alle waren bzw. sind an Krebs erkrankt. In ihren Interviews berichten sie von den Kämpfen um Selbstbestimmung im schulmedizinischen Apparat und ihren Erfahrungen mit alternativen Ansätzen, von neu entdeckten Stärken und verändertem Körpergefühl. Sie erzählen von lebensnotwendiger Unterstützung durch Freundinnen, vom "Heilungsdruck" seitens der Schul-, aber auch der "Alternativ"-Medizin, vom Leben mit einer Brust und von der Konfrontation mit der Möglichkeit des Sterbens.
Daß eine der Filmemacherinnen gleichzeitig zu den berichtenden Frauen gehört, ist ein ungewöhnliches Experiment. Alle Frauen zeigen sich in beeindruckender Offenheit, und die Unterschiede ihrer Erfahrungen, Entscheidungen und Persönlichkeiten bleiben unkommentiert stehen. So schwindet die Distanz zwischen den Frauen vor und hinter der Kamera, zwischen den Erzählerinnen und den ZuschauerInnen.

(Quelle: www.lebenskuenstlerinnen.de)

 
     
  Hal Ashby, Harold and Maude
Die Geschichte handelt von der Romanze zwischen dem vom Tod und Selbstmordphantasien besessenen neunzehnjährigen Harold (Bud Cort) und der lebensbejahenden neunundsiebzig Jahre alten Witwe Maude (Ruth Gordon). Sie treffen während einer Beerdigung aufeinander. Maude findet etwas seltsam Anziehendes an Harold und drängt ihn, nach dem Leben zu greifen. Harold fängt an, die alte Dame zu mögen und zu lieben - sie ist weitaus interessanter als die Mädchen, mit denen ihn seine Mutter immer wieder verkuppeln will. Harold und Maude ist eine wundervolle und unkonventionelle Liebesgeschichte. Harold beginnt, sein Leben zu lieben und zu genießen. Und eines Tages heißt es, Abschied nehmen...
 
     
  Ingmar Bergmann, Das siebente Siegel
Mitte des 14. Jahrhunderts kehrt der Ritter Antonius Block mit seinem Knappen Jöns vom Kreuzzug zurück und findet seine Heimat von der Pest verwüstet. Der Tod erscheint ihm mit der Mitteilung, dass seine Zeit gekommen sei. Er bittet um Aufschub und schlägt dem Sensenmann eine Partie Schach vor, die die Entscheidung über sein Leben fällen soll... (Quelle: Wikipedia)
Eine Art filmische Umsetzung des Dürer-Themas "Ritter, Tod und Teufel". Der Ritter erfährt in Bergmanns Film Tod und Teufel als unwissend über das, was danach ist.
 
     
  Ingmar Bergmann, Fanny und Alexander
Wer sie bekommt und sich die Zeit nehmen kann, sollte die ungekürzte, 5stündige Version ansehen...
Fanny und Alexander wachsen in einer heilen Welt und in großer Geborgenheit auf, bis zu dem Tag, an dem ihr Vater stirbt. Die Mutter sucht Trost beim Bischof, den sie schließlich auch heiratet. Nun beginnt für die beiden Geschwister erst recht eine schlimme Zeit, denn sie müssen plötzlich ihre vertraute Umgebung im Haus der Ekdahls, wo sie bisher ein sorgloses und glückliches Leben führten, verlassen und in den düsteren Bischofssitz ziehen, wo das Leben von strengen Regeln geprägt ist. Der hochsensible Alexander leidet besonders unter der Situation und verarbeitet das Ganze nur schwer. Er beginnt, Phantasiegeschichten zu erzählen, die in dem bischöflichen Haus natürlich nicht geduldet sind. Ein hervorragend gemachter Film, der nachdenklich macht, eine Geschichte von Leben und Tod, von hellen und dunklen Zeiten, die schließlich gut ausgeht.
 
     
  Jim Sheridan, In America
Nach dem tragischen Hirntumortod ihres kleinen Sohnes beschließt ein mittelloses junges Paar mit zwei Töchtern, illegal von Irland nach New York überzusiedeln und sich mitten in Manhattan in einem Wohnblock voller Asozialer, Drogisten und Pennbrüder niederzulassen. Während der Vater auf den Straßen der fremden Metropole seinem Traumberuf Schauspieler hinterher rennt, freunden sich die mit reicher Imagination gesegneten Töchter mit einem schwarzen Nachbarn an, einem todkranken afrikanischen Prinz.
Angeblich gemeinsam mit seinen beiden Töchtern schrieb der in den 80ern nach Amerika gekommene Regisseur Jim Sheridan diese sentimentale, mitunter märchenhaft anmutende Familiensaga. (Quelle: www.tod-und-trauer.de)
 
     
  Karl-Heinz Heilig, La casa delle favole (Das Haus der Märchen)

Poetisch und leise erzählt der Film die Geschichte eines Lebenstraumes - verwirklicht im Niemandsland zwischen den Grenzen am Fluss. Inmitten einer der schönsten Flusslandschaften der Schweiz, dem Sensetal, hat Walter Bartlomé ein irdisches Paradies geschaffen; so schön, so vollendet, dass jeder, der diesen Ort je besucht hat, sich unvermittelt in einer anderen Welt glaubt. Ein Kunstwerk, gebaut aus 70 Jahren Zeit und nur aus dem, was der Fluss ihm an Materialien für den Bau schenkte. Ein Jahr hat der Filmemacher Karl-Heinz Heilig den Hauptdarsteller mit der Kamera begleitet, seinen Geschichten zugehört und seine Lebenserfahrungen festgehalten. Entstanden ist ein berührendes Filmdokument über das Werden eines Gartens, über die Kraft der Träume, die Fülle der Bescheidenheit und den Reichtum eines naturverbundenen Lebens. Ein leiser und heiterer Film - eine `Liebeserklärung an das Leben´ (Quelle: www.heilig-film.de).

Walter Bartolomé starb kurz nach der Fertigstellung des Filmes im Alter von 85 Jahren.

 
     
  Katharina Gruber/Gisela Tuchtenhagen, Bilder, die bleiben
Nach einer Idee von Gesine Meerwein

Gesine Meerwein ist 45 Jahre alt. Sie lebt mit unberechenbaren Schmerzschüben und mit der Diagnose „schnellwachsende Metastasen“.
Fast vier Jahre lang rechnet sie damit, bald sterben zu müssen. Offen und eigenwillig setzt sie sich mit Tod und Bestattung auseinander. Sie bindet  ihr Freundinnennetz und ihre Familie in diesen intensiven Prozess ein. Als die Dreharbeiten für den Film beginnen, weiß niemand, dass es jetzt tatsächlich die letzten drei Monate ihres Lebens sind.

(Quelle: www.lebenskuenstlerinnen.de)

 
     
  Katja Baumgarten, Mein kleines Kind
Dokumentarfilm über die Schwangerschaft der Filmemacherin mit einem schwer behinderten Kind, das wenige Stunden nach der Geburt starb. Zurückhaltende Studie über eine extreme Lebenssituation, die durch konzentrierte formale Gestaltung zu einem tief bewegenden Dokument der Humanität wird. Weniger eine Waffe im Streit um die Pränatale Diagnostik als ein nachdrücklicher Beitrag zum Diskurs über humanes Leben und Sterben.
(Quelle: Lexikon des internationalen Films)
 
     
  Kay Pollak, Wie im Himmel
Der schwedische Star-Dirigent Daniel Daréus erleidet nach einem Konzert einen totalen Zusammenbruch. Die Ärzte prophezeien ihm den baldigen Tod, wenn er sein Leben nicht von Grund auf ändert. Als Daniel begreift, dass ihm sein Leben zu entgleiten droht, zieht er sich in das Dorf seiner Kindheit zurück. Obwohl ihn dort nicht nur schöne Erinnerungen erwarten, beginnt er nach und nach zu sich selbst zu finden. Er übernimmt die Leitung des örtlichen Kirchenchors und zeigt der bunt zusammen gewürfelten Gruppe von Hobby-Sängern völlig neue Wege auf, die Musik und damit auch sich selbst zu entdecken und zu finden. Doch seine Methoden stoßen nicht überall auf Anklang und bald schon sieht sich Daniel mit ernsten Problemen konfrontiert. Am Ende des Filmes steht sein in Gesang gebetteter Tod. Er stirbt umgeben von den Klängen, nach denen er so lange gesucht hat. Ein mitreißender und bewegender Film, der noch lange nachwirkt. (BR, in Anlehnung an Amazon)
 
     
  M. Night Shyamalan, The sixth sense
Kinderpsychologe Malcolm Crowe (Bruce Willis) befindet sich gerade selbst in einer schweren Identitätskrise (schwerer als er denkt), als der Fall eines Schuljungen (Cole Sear, beeindruckend dargestellt von Haley Joel Osment), der behauptet, Tote sehen zu können, seine ganze Aufmerksamkeit gefangen nimmt. In dem selben Maße, in dem Crow Zugang zu dem zunächst unnahbaren Patienten gewinnt, entfernt er sich von seiner eigenen Umwelt. Als er schließlich zu der Überzeugung gelangt, dass der Junge mit seinen Visionen recht hat, macht er noch eine weitere, ungleich erschreckendere Entdeckung. Ein Psychothriller mit viel Tiefgang und Hintergrund, der nachdenklich macht. (Quelle: amazon)
 
     
  Marcus H. Rosenmüller, Wer früher stirbt ist länger tot
Der 11-jährige Sebastian will unsterblich werden, und er hat dafür einen guten Grund. Denn sonst wartet auf ihn schließlich die ewige Verdammnis als Strafe für seine Sünden. Sebastian hält sich verantwortlich für den Tod seiner Mutter, die bei seiner Geburt gestorben ist, und die gottesfürchtige Mentalität im bayerischen Provinzdort, in dem Sebastian mit seinem älteren Bruder und dem Vater lebt, ist der perfekte Nährboden für diese fixe Idee. Was sich zunächst anhört wie ein trauriges Drama um die Trauma-Bewältigung eines kleinen Jungen ist tatsächlich eine mal skurrile, mal groteske, permanent schwarzhumorige und sehr phantasievolle Geschichte von Regie-Debütant Marcus H. Rosenmüller.
Sebastians Versuche, Unsterblichkeit zu erlangen sind einerseits in ihrer kindlichen Naivität anrührend, andererseits in ihren Auswirkungen hochgradig komisch.
Ein Film, der einen Tränen weinen und lachen lässt. (Quelle: amazon)
 
     
  Marleen Gorris, Antonias Welt
Die emanzipierte Antonia (Willeke Van Ammelrooy) kehrt nach Ende des zweiten Weltkriegs mit ihrer Tochter Danielle (Els Dottermans) in ihr Heimatdorf zurück, um ihre Mutter zu begraben. Die beiden beschließen, dort zu bleiben und sich eine Existenz aufzubauen. Ohne engen Kontakt zu den übrigen Dorfbewohnern und vorerst auch ohne Männer bewirtschaften die Frauen ihren eigenen Hof. Bis Danielle eines Tages selbst ein Kind haben will...
Über fünf Generation erstreckt sich die Geschichte von Antonias Welt, und ungewöhnlich ist sie allemal. Antonia, die im Dorf den Ruf des schwarzen Schafes genießt, schert sich nicht um die Meinung der anderen Bewohner und will allen damaligen Gepflogenheiten zum Trotz ihr Leben nicht mit einem Mann teilen. Als in Tochter Danielle der Mutterinstinkt erwacht, sucht auch diese sich lediglich einen Mann zur Befruchtung, hat aber anderweitig kein Interesse an einer Beziehung. Das soll sich allerdings ändern, als sie später die Lehrerin ihrer kleinen Tochter kennen lernt. Als sich Antonia dann im gereiften Alter auch noch einen Liebhaber zulegt und sich die behinderte Deedee in den geistig zurückgebliebenen Dorftrottel verliebt, spielt das ganze Dorf verrückt. Nur Antonia lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und legt unerschütterlichen Optimismus und Durchhaltevermögen an den Tag, denn neben Geburten, Liebe und Hochzeiten gibt es auch weniger erfreuliche Ereignisse wie Selbstmord, Vergewaltigungen und Mord zu überstehen. Für die mit Schwung und vor allem viel Herz erzählte Familiensaga erhielt Regisseurin und Drehbuchautorin Marleen Gorris als erste Frau den Oscar für den besten ausländischen Film. (Quelle: amazon)
 
     
  Nanni Moretti, Das Zimmer meines Sohnes
In Ancona, einer mittelgroßen Stadt an der Adria, führen Giovanni und Paola mit ihren beiden heranwachsenden Kindern, der Tochter Irene und dem Sohn Andrea, ein recht sorgenfreies und harmonisches Familienleben. Giovanni ist Psychoanalytiker. In seiner Praxis in der Wohnung werden ihm Neurosen offenbart, die in scharfem Kontrast zu seinem eigenen wohlgeordneten Dasein stehen. Giovanni pflegt zahlreiche Gewohnheiten, - oder sind es vielleicht sogar Manien -, die seinem Leben Halt geben. Er liest, hört Musik, zieht sich überhaupt gerne zurück und joggt unermüdlich durch die Stadt. Eines Sonntagmorgens erhält Giovanni von einem seiner Patienten einen Anruf mit der Bitte um einen Hausbesuch. Offenbar ein dringender Fall und so kann er mit seinem Sohn Andrea nicht, wie verabredet, joggen gehen. Andrea beschließt mit seinen Freunden einen Tauchgang zu unternehmen. Er wird nicht mehr zurückkehren ... (Quelle: www.tod-und-trauer.de)
 
     
  Patrice Chéreau, Sein Bruder

Jahrelang hatten die Brüder Thomas (Bruno Todeschini) und Luc (Eric Caravaca) wenig miteinander zu schaffen, jeder lebte seine individuelle Existenz an einem anderen Ort der Welt. Jetzt aber, wo Thomas an einer mysteriösen Blutkrankheit leidet und nur noch wenige Wochen zu leben hat, kommt es zum Wiedersehen. Zunächst hat Luc wenig Lust, sich um Thomas zu kümmern. Doch mit der Zeit kommt man einander näher, die Erinnerungen an die Jugend kehren zurück, und die Gegenwart verliert an Bedeutung.
Emotional gefärbte Meditation zum Thema Freundschaft, Liebe und Sterben in einer hochintensiven Inszenierung von Patrice Chéreau ("Intimacy"). Ausgezeichnet mit dem Regiepreis auf der Berlinale 2003. (Quelle: www.tod-und-trauer.de)

 
  Pedro Almodóvar, Volver (Tragikkomödie)
Um nach der letzten Ruhestätte der Mutter zu schauen, ist Raimunda nach La Mancha gereist. Daheim liegt ihr Gatte im eigenen Blut, erstochen von der 15-jährigen Stieftochter, der er sich unsittlich genähert hatte. Als wäre die unbemerkte Entsorgung der Leiche nicht schon schwierig genug, taucht plötzlich Raimundas angeblich bei einem Brand ums Leben gekommene Mutter Irene auf und nistet sich bei ihrer zweiten Tochter Sole ein, die in ihrer kleinen Wohnung heimlich einen Friseursalon betreibt. Ein federleichter, bunter und sinnlicher Reigen mit einer geradezu wundervollen Penelope Cruz in der Hauptrolle. Skurrilität, Verzweiflung, Liebe, Tod und der Glaube an Menschlichkeit verknüpfen sich hier auf raffinierteste Weise. (Quelle: amazon)
 
     
  Richard LaGravenese, P.S. Ich liebe dich

Nach Gerrys Tod hat Holly allen Lebensmut verloren. Sie schließt sich wochenlang in ihr Appartement ein, sieht sich Filme mit Bette Davis, der Hollywood-Diva mit den traurigsten Augen der Welt, an und kann ihren Verlust nicht überwinden. Alles macht keinen Sinn mehr, und das Leben ist so leer. Bis sie eines Tages einen Brief von Gerry erhält. Der hatte das Elend seiner geliebten Frau nämlich vorhergesehen und vorgesorgt. In seinen Briefen, die alle mit "P.S. Ich liebe Dich" enden, stellt er Holly Aufgaben, die sie langsam an das Leben ohne ihn gewöhnen sollen.

 
     
  Sarah Polley, An ihrer Seite
Grant (Gordon Pinsent) und Fiona (Julie Christie) sind seit über 40 Jahren verheiratet und ihre Ehe hat so manche Höhen und Tiefen gesehen. Doch die Herausforderungen des Alters und das Auftreten von Alzheimer bei Fiona stellt Grant vor die schwierigste Zeit seines Lebens.
Mit dem Drama ‚An Ihrer Seite' erzählt die 27-jährige Kanadierin Sarah Polley - basierend auf einer Kurzgeschichte von Alice Munroe - vom langsamen Abschied einer Liebe.
 
     
 

Sven Taddicken, Emmas Glück

Mit Kusslauten lockt die Bäuerin Emma ihre Schweine an, freudig folgt ihr das Borstenvieh. Eins greift sie sich heraus, liebkost und streichelt es – nur um dabei ein Schlachtermesser aus dem Heu zu ziehen und dem Tier die Halsschlagader zu durchtrennen. "Eins, zwei, drei, vier…", zählt die junge Landwirtin langsam, während die Sau in ihren Armen ausblutet. "Na, siehst du", sagt sie, "es tut nicht weh, hab ich dir doch versprochen."

Gleich mit der Eröffnungsszene von "Emmas Glück", der Verfilmung des Erfolgsromans von Claudia Schreiber, setzt Regisseur Sven Taddicken den Grundton für die nächsten anderthalb Stunden: so drastisch-derb wie einfühlsam, auch komisch, vor allem aber ohne Scheu vor Tragik. Und dann der todgeweihte Autoverkäufer Max, der nach der Tumor-Diagnose die schwarze Kasse seines Chefs geklaut hat, um seine letzten Tage in Mexiko zu verbringen. Auf frischer Tat ertappt und mit einer gestohlenen Nobelkarosse auf der Flucht verunglückt, findet er sich in Emmas Bett wieder. Skepsis gegenüber seiner resoluten Gastgeberin weicht nach einigen Reibereien bald Neugier und Sympathie – obwohl Emma ihn zunächst im Glauben lässt, das Schwarzgeld sei mit dem Autowrack in Flammen aufgegangen. Ausgerechnet er, der verzweifelte Einzelgänger, den ständig Würgkrämpfe schütteln, erlebt auf dem idyllisch heruntergekommenen Hof eine Phase der Geborgenheit und des – wenn auch nicht unbeschwerten – Glücks.

Ein Film, der sich von der ersten Einstellung an ganz nah am Leben bewegt – und nah am Tod. (Quelle: Spiegel online)

 
     
  Ted Kotcheff, Immer Ärger mit Bernie (Komödie)
Larry Wilson und Richard Parker sind eigentlich zwei ausgeschlafene, junge Versicherungsangestellte, die die Karriereleiter möglichst schnell erklimmen wollen. Als sie in der Firma ihres Bosses Bernie Lomax plötzlich fatale Buchungsfehler entdecken, scheint der mehr als begeistert zu sein, diese undichte Stelle sichergestellt zu wissen. Also lädt er die beiden in sein Haus auf Long Island ein, wo die beiden sich am Wochenende mal richtig austoben sollen. Angesagt sind Parties und schöne Frauen. Als Bernie jedoch bei deren Ankunft tot in seinem Sessel sitzt, schwant ihnen Böses: Bernie schien doch keine so reine Weste zu haben, wie es nach außen hin aussah. Wohin nun mit der Leiche? (Quelle: amazon)
     
  Tim Robbins, Dead man walking
Tim Robbins  inszenierte dieses ebenso packende wie bewegende Drama um Schuld und Sühne als flammende Anklage gegen die Todesstrafe, obgleich er wohltuenderweise die Situation der Opfer nicht übergeht und für den Wunsch nach Rache unter den Hinterbliebenen durchaus Verständnis zeigt. Sean Penn und Robbins Ehefrau Susan Sarandon übertreffen sich selbst in diesem exzellenten Kinohighlight, das mit 750.000 Besuchern zu den Gewinnern der Wintersaison 1995/96 zählt. (Quelle: Video Woche)
 
     
  Xaver Schwarzenberger, Lamorte
Fernsehfilm mit Senta Berger, Nicole Heesters, Christiane Hörbiger u.a.- Bayerisches Fernsehen, 1996)
Zwölf ehemalige Schulfreundinnen treffen sich 30 Jahre nach dem Abitur wieder. Sie sind von der wohlhabenden und erfolgreichen Iris übers Wochenende in einen romantischen Gasthof auf dem Land eingeladen. Man isst und trinkt zusammen, macht einen Ausflug und erzählt sich vom Auf und Ab des Lebens. Doch selbst nach dieser langen Zeit kommt es immer wieder zu Eifersüchteleien und Streitereien. Beim festlichen Abendessen lässt die von allen beneidete Iris die Bombe platzen: Sie ist unheilbar krank und möchte ihr Leben selbst beenden. Da Iris keine Familie hat, bittet sie die alten Freundinnen, sie bei ihrem Abschied vom Leben zu begleiten. Zwiespältig und zugleich höchst unterschiedlich sind die Gefühle der Frauen auf die schockierende Nachricht. Einerseits wollen sie Iris beistehen, andererseits haben sie aber auch Gewissensbisse und Angst, einen Menschen sterben zu sehen. Am Ende schaffen sie es aber doch, ihre Ängste und Zweifel zu überwinden, und Iris kann ihr letzter Wunsch erfüllt werden - sie stirbt begleitet von ihren Freundinnen. (Quelle: br-online)